Die erste moderne Panysterie

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Dies ist die erste Epidemie der Geschichte, die von einer anderen Epidemie begleitet wird, dem Virus der sozialen Netzwerke. Diese neuen Medien haben ganzen Bevölkerungen das Gehirn gewaschen. Man bekommt Angst und die Unfähigkeit auf die realen Daten zu schauen. Und daher haben wir alle Zutaten für eine monströse Hysterie.

Es handelt sich um etwas, was die Wissenschaft positive (sich selbst verstärkende) Rückkopplung oder Schneeballeffekt nennt. Die Regierungen fürchten ihre Bürger und setzen deswegen drakonische Massnahmen durch. Die Bürger schauen sich diese Massnahmen an und werden noch hysterischer. Das geht hin und her, der Schneeball wird grösser und grösser, bis wir irrationales Territorium erreichen. Dies ist nichts weiter als eine Grippe-Epidemie, wenn man sich die Zahlen und Daten ansehieht, aber in ihrem Angstzustand sind die Leute blind. (Yoram Lass, ehem. Direktor des israelischen Gesundheitsministeriums)


“Das ist kein normales Virus”, schrie mich eine Mail im März an. Die Leute haben auf Fernsehbildern eine mönströse Aktion in der chinesischen Stadt Wuhan gesehen. Sie haben sich nicht gefragt, ob das Ganze nicht vielleicht ein Staatsschauspiel in der Stadtlandschaft geswesen ist, dass mit einem realen Virus nichts zu tun haben kann.

1 Der kognitive Lockdown

In der Einbildung muss die sichtbare Monströsität der Massnahmen einer dazu passenden Gefahr entsprechen. Die Leute haben Wuhan für echt gehalten und Ähnliches von ihren Regierungen verlangt, die sie ebenfalls für echt hielten.

Weitere Ereignisse haben die Hysterie verstärkt. Es wurde anfangs von einer IFR von 4% berichtet, der Whistleblower-Arzt soll am einer Virusunfektion verstorben sein, und es kamen die Italienbilder mit Särgen auf Militärkonvois. Dann die hohen Sterbeziffern in einigen Regionen, die jedoch womöglich schon durch die Panik verursacht worden sind, wie hohe Dosen HCQ oder die Flucht von Pflegepersonal vor den angekündigten Lockdowns. Und dann gab es eine weitere Simulation, vom Imperial College, mit einer riesigen Zahl von Toten (was nie eingetreten ist).

Die Regierungen reagierten auf die Panik nach dem was sie sahen und was sie in Jahrzehnten simuliert hatten. Und Socialmedia fungierte als gigantischer Verstärker und Rückkopplungsmechanismus. Und so wurde der Schneeballeffekt angestossen, der viele Teile der Welt auf irrationales Territorium befördert hat, und wo sich einige Teile immer noch befinden.

“Lockdown und Covidtote. Die Autoren (einer Lancet-Studie vom Juli) haben keine Korrelation zwischen der Grösse des Lockdowns und der Zahl der Covidtoten feststellen können. Und keine Korrelation zwischen Grenzschliessungen und Covidtoten. Es gab ebensowenig eine Korrelation zwischen Massentests und Covidtoten. Schlussendlich scheint keine der verschiedenen Massnahmen, die die Regierungen gegen Covid unternommen haben, irgendeinen Einfluss auf die Zahl der Toten gehabt zu haben.” (Sebastian Rushworth, Notfallmediziner in Stockholm, Does Lockdown prevent covid deaths?)

Lockdown, als simuliertes System von Massnahmen gegen Atemwegsviren, war nie vorher empirisch überprüft worden. “Es war, als wenn die Welt verrückt geworden ist und alles, was wir diskutiert hatten, vollkommen vergessen hat.” (Anders Tegnell, schwedischer Staatsepidemiologe, As if the World Went Crazy) Die Lockdowns haben sich während der Pandemie als wirkungslos erwiesen. Die Fortsetzung der Massnahmen wird damit zu einer kollektiven neurotischen Zwangshandlung, die lange schon grosse Schäden anrichtet und keine vermeidet. (Rushworth, What are the harms of lockdown?)

Es gibt zwei kognitive Effekte, die dazu beitragen, dass sich viele Leute weiterhin im irrationalen Territorium der Panikhöhle befinden.

Erstens. “Eine Reihe experimenteller Studien zeigt, dass eine Aussage, die die Experimentatoren gemacht haben, im eingeschätzten Wahrheitsgehalt der Beobachter steigt, je häufiger sie präsentiert wird, und zwar auch dann, wenn sie zuvor vom Experimentator ausdrücklich als falsch deklariert wurde. Diese Prozesse laufen automatisch und unbewusst ab. Wir können uns also nicht dagegen wehren. Selbst wenn man die Versuchsperson zuvor über dieses Phänomen aufklärt, ändert dies nichts an dem Effekt: Je häufiger sie eine Meinung hört, um so stärker steigt der gefühlte Wahrheitsgehalt.” (Rainer Mausfeld, Kognitionswissenschaftler, Warum schweigen die Lämmer?) Fernsehen gucken hat den gleichen Effekt. Es gibt nicht jeden Tag neue Informationen, also werden die alten Bilder wieder und wieder gezeigt. (Richard Stallman, Pionier der freien Softwre-Bewegung, Don’t Watch TV Coverage of Covid-19) Entsprechendes gilt für die ständige Wiederholung der gleichen Geschichten in den Socialmedia, inssbesondere dann, wenn es einen starken sozialen Druck gibt, auf keinen Fall vom offiziellen Narrativ abzuweichen. — Fernsehen und Socialmedia sind Gehirnwaschmaschinen.

Zweitens. Wenn ein Narrativ ersteinmal etabliert ist, dann verändert es sich nicht mehr einfach so. Informationen die es in Frage stellen werden umgedeutet oder schlicht ignoriert, zum Beispiel als “Fake News”. (Mausfeld) Die Virenangst verselbständigt sich in eine “Pandemie der psychotischen Wahnvorstellung”. (Kathy Gyngell, Herausgeberin von The Conservative Woman, Fear of Covid has turned into ‘a pandemic of mental illness’) Abgesehen davon müsste sich jemand, der zur Wirklichkeit des Wuhanvirus zurückkehrt, eingestehen, vor einem “Killervirus” (Klaus Püschel, bis Ende Sptember Chef der hamburger Rechtmedizin) in Angst und Schrecken gefallen zu sein, dass in der Wirklichkeit nicht existiert. Viele werden nicht einfach bereit sein, das zu tun.

2 Die erste moderne Panhysterie

Ein Investor in Impfprogramme hat dies die “erste moderne Pandemie” genannt. (Bill Gates) Das stimmt dann, wenn der Begriff “Pandemie” keine besondere Gefahr beinhaltet. Der Begriff “Epidemie” hat früher bedeutet, dass ein gefährlicher Erreger unterwegs ist. Was wir mit Sicherheit erleben, ist die erste moderne weltweite Massenhysterie wegen eines Coronavirus, die “Corona-Panhysterie”.

Massenhysterien kommen in der Menschheitsgeschichte häufig vor. Beispiele wären Kriegsbegeisterung und religiöse Erweckungsbewegungen. Es gibt die Theorie, dass die Menschen bis vor wenigen tausend Jahren dauerhaft in einem Seelenzustand gelebt haben, der nach heutigen Massstäben als Psychose klassifiziert würde. (Helmut Jäger, Arzt, Coach und Bewegungslehrer, Neolithische Revolution) Die Menschen wären somit psychoseanfällig, weil das ein natürlicher Seelenzustand ist. Die Nichtpsychose bedarf ständiger Anstrengung. Dass die Zivilisation nur eine dünne Schicht über einer irrationalen menschlichen Psyche ist, ist ein Gemeinplatz. Allerdings ist ein Atemwegsvirus ein ziemlich unwürdiger Gegenstand für eine Hysterie.

Angst ist eine kognitive Fähigkeit von Säugetieren, die die Aufmerksamkeit auf Objekte möglicher Gefahr lenkt. (Jäger, Die Sprache der Gefühle) Es war ein nützliches Gefühl als die Umwelt tatsächlich voller Gefahren war. In der Sicherheit der Zivilisation ist Angst zumeist überflüssig. Die Fähigkeit zur Angst bleibt ungenutzt. Massenmedien und Werbung, die mit dem Furchtapell arbeiten, machen sich diesen kognivien Leerlauf zunutze mit Katastrophenszenarien, Gesundheitswarnungen oder Horrorfantasien. Ohne Reflexion können die kognitiven Lockdown-Effekte der Wiederholung und Narrativfixierung diese Medienfantasien bei vielen Menschen in mögliche Wahrheiten verwandeln.

Als Gefühl ist Angst ein Mittelhirnphänomen. Der Verstand hat seinen Sitz im Vorderhirn. Man könnte sagen, wenn der Verstand die Gefühle unter Kontrolle hält, dann beherrscht das Vorderhirn das Mittelhirn. Eine Herrschaft, die fragil ist.

Hysterie und andere Gefühlswallungen sind typisch für die Socialmedia-Kommunikation. Die elektronischen sozialen Netzwerke des Internet verknüpfen die biologischen neuronalen Netzwerke der Mittelhirne. Soziale Netzwerke sind das kollektive Mittelhirn von menschlichen Gesellschaften. Im Gegensatz zum einzelnen biologischen Gehirn gibt es jedoch kein kollektives Gegenstück zum biologischen Vorderhirn, jedenfalls nicht in den westlichen Staaten.

In China versucht die Partei durch Zensur der Socialmedia von Aussen die Kommunikation zu kontrollieren. Zunächst um ihre Macht zu sichern. Dass das nicht immer gelingt, zeigt die Geschichte vom Grasschlammpferd. (Thekla Chabbi, Die Zeichen der Sieger) Die Partei versucht, als Vorderhirn der chinesischen Gesellschaft deren Mittelhirn zu regieren. Der Betrieb einer Zensurbehörde birgt die Gefahr, dass die Zensur auf die Intelligenz selber übergreift, was zu einer kollektiven Selbstlobotomie führt, zur geistigen Verkrustung der Gesellschaft und schliesslichem Untergang. So Geschehen mit dem Ostblock oder dem chinesischen Kaiserreich.

Westliche Politiker unterwerfen sich dem Sturm der Socialmedia. Eine berliner Politikerin erntete einen “Shitstorm” eingeleitet von einem “Influencer” mit 130’000 “Followern” weil sie Kräutermedizin gegen Covid propagiert hat (was man in China übrigens ebenfalls macht). Sie hat ihre Seite vom Netz genommen. (Catherina Pieroth, Natürliche Heilmittel reichen nicht aus) So verstärken verantwortungslose Politiker im Westen die Hysterie, anstatt als Fels in der Brandung zu wirken, indem sie bei ihren Überzeugungen bleiben. Die Verantwortungslosigkeit wird zur Instituition, wenn die Behörden mit dem “Furchappell” versuchen, Verhaltenssteuerung zu betreiben. (Bundeszentrale für gesundheitlche Aufklärung, Prävention durch Angst: Stand der Furchappellforschung; Bundesministerium des Inneren, Wie wir Covid-19 unter Kontrolle bekommen) Das kollektive Vorderhirn verstärkt die Panik des Mittelhirns statt sie unter Kontrolle zu bekommen.

Wenn Internetkonzerne Zensur ausüben, dann ist das so, als ob Teile des kollektiven Mittelhirns andere Teile in ihren Aktivitäten einschränken wollen und kein Versuch einer Kontrolle von aussen. Wenn dann auch noch vernünftige Beiträge zensiert werden, ist das eine Art kollektiver Lobotomie. Vorsichtige Versuche, einen Weg aus dem irrationale Territorium finden, werden verhindert.

Und dann ist da das “Universum der technischen Bilder” (Vilém Flusser), hergestellt durch die Smartfone der Welt. Niemand kennt diejenigen die die Bilder gemacht haben und die Umstände unter denen sie gemacht wurden. Die sich ständig wandelnde Gestalt der durch die sozialen Netzwerke strömenden Bildergalaxien hat die logische Struktur eines Traums.

Im Jahr 2020 sind Socialmedia allgegenwärtig. Menschen im Westen, die nach 2000 geboren wurden, haben nie die Welt der Socialmedia und das Universum der technischen Bilder verlassen. Niemand schaltet sein Smartfon mehr aus.

Drakonische Massnahmen durch die Regierungen, Konzessionen an die Hysterie, Zensur, der Strom technischer Bilder, all das hat zum Schneeballeffekt geführt, der die Gesellschaften im irrationalen Territorium gegangen hält. Und die allgegenwärtige Mund-Nasen-Bedeckung visualisiert eine überall schwebende Gefahr als “psychologischer Effekt”. (Anschober) Und so läuft die Panhysterie immer weiter bis die Leute irgendwann von ihrer Angst erschöpft sind.

Weil die Menschheit bisher kein kollektives Vorderhirn entwickelt hat, war eine Panhysterie irgendwann zu erwarten gewesen. Weitere werden folgen, solange ein solches Organ nicht gibt. Zukünftige Panhsysterien könnten allerdings tödlicher sein, als die Corona-Panhysterie.

Ein Anfang wäre vielleicht, die Socialmedia-Kommunikation einfach all irrelevantes Rauschen des kollektiven Mittelhirns zu ignorieren.

3 Falldemie, die Falle der absoluten Fallzahl

Der Westen macht sich das Leben schwer, indem er den PCR-Test zur Beurteilung der epidemischen Lage verwendet. Der Test hat viele Unzulänglichkeiten: eine hohe falschnegative Rate, viele falschpositive Resultate bei geringer Infektionswahrscheinlichkeit (zum Beispiel beim Test innerhalb der Gesamtbevölkerung), es wird virales Genom nachgewiesen, nicht aktive Infektionen usw. (Rushworth, How accurate are covid tests?)

Dann wird die absolute Fallzahl zur Beurteilung der öffentlichen Gefahr verwendet und um Lockdowns anzuordnen. Wegen der Unzulänglichkeiten des Tests sind diese Fallzahlen jedoch wenig aussagekräftig und stehen nur in einem schwachen Verhältnis zur wirklichen Lage im Gesundheitssystem.

Dann gibt es auf dem PCR-Test basierende Simulationen, die die Ausbreitung modellieren, zum Beispiel die “zweite Welle”, was seine eigenen Schwierigkeiten hat. Das komplexe Immunsystem der Menschen, das die Ausbreitung sehr stark dämpft, ist nicht Teil der Modelle und wird bestenfalls als Ad-hoc-Parameter eingefügt. (Ulf Martin, Corona in Schweden)

Wird massenhaft in der allgemeinen Bevölkerung getestet, wenn der Erreger endemisch geworden ist, dann kann die Epidemie sich als “Falldemie” fortsetzen. (Ivor Cummins, Vorstandsmitglied der irischen Stiftung für die Aufklärung über Herzkrankheiten, Casedemic, Hysteria) Es gibt eine riesige Zahl positiver Fälle, aber keine kritische Situation im Gesundheitssystem. Wenn Menschen, die in die Instensivstationen eingeliefert, getestet und bei positivem Test als Covidfall gezählt werden, egal was der eigentliche Grund für die Einlieferung ist, dann erscheint dies als eine hohe Erkranktenzahl, ohne das im Jahresvergleich eine besondere Lage da ist. Der positive Test wird zu einer reinen Markierung ohne besondere Bedeutung.

Das Phänomen der Falldemie ist zum ersten mal 2008/09 bei der “Schweinegrippe” beobachtet worden. Die medizinische Gefahrenlage war im Sommer vorbei, die Falldemie endete dagegen erst im Frühjahr 2009, indem man mit dem Testen aufgehört hat. In der aktuellen Pandemie hat Schweden bis Juli die Situation im Gesundheitssystem zum Massstab für die Lagebeurteilung gemacht, seither wird auch dort massenhaft in der allgemeinen Bevölkerung getestet und die Epidemie endet entsprechend nicht. “Ohne den PCR-Test wäre die Pandemie sicherlich als beendet erklärt worden.” (Rushworth, private Mitteilung Anfang Oktober)

Es ist sogar denkbar, dass die Pandemie insgesamt eine reine PCR-Test-Falldemie ist. Das wäre dann der Fall, wenn die Übersterblichkeiten im Frühjahr in einigen Weltgegenden nicht durch das wirkliche Wuhannvirus verursacht wurden, sondern durch Umstände wie der Zustand des Gesundheitswesens (zum Beispiel New York, England, Spanien, Lombardei) oder schon durch die Virenpanik, vor allem Fehlbehandlungen wie hochdosiertes Hydrochloroquin. (Video: Claus Köhnlein, Internist in Kiel, Fatale Corona-Experimente der WHO; Text: Engelbrecht/Köhnlein, Die Medikamenten-Tragödie) In Schweden gab es 2019 eine Untersterblichhkeit, so dass die Welle im Frühjahr sehr hochbetagte Menschen getroffen hat. (Rushworth, A history of the Swedish covid response) Die wären vermutlich ebenso einer normalen Influenza- oder Grippewelle zum Opfer gefallen.

Der Test wird nicht benötigt, wenn ein Staat

Werden nur Erkrankte getestet, dann ergibt die Fahlzahl ein Bild des Krankenstandes, sie geht mit diesem erst herauf, dann herunter und zeigt eine erfolgreiche Operation an und man kann das Testen einstellen. China hat seit März kaum noch Fälle gemeldet.

Solange die absolute Fallzahl die angsterfüllte Aufmerksamkeit gefangen nimmt, werden die westlichen Gesellschaften in der Falle der Falldemie bleiben und die Panhysterie geht weiter. Dies erlaubt es China seinen freien Lauf fortzusetzen, den es seit März hat.


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